Bildung gemeinsam gestalten

Die wachsende Rolle zivilgesellschaftlicher Stiftungen im Bildungsbereich

Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Bildung ist mehr als der Weg durch Kita, Schule, Ausbildung und Studium und nicht weniger als der Schlüssel zu Freiheit, Frieden und Demokratie. Sie ist ein lebenslanger Prozess an verschiedenen Lernorten, der Menschen befähigt, Gesellschaft und die eigene Zukunft aktiv zu gestalten. Bildung vermittelt Wissen, Werte, soziale Kompetenzen und demokratisches Handeln.

Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche, wachsender sozialer Ungleichheit und multipler Krisen wird deutlich: Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie betrifft uns alle. Sie kann nicht allein durch staatliche Institutionen getragen werden, sie braucht die Mitwirkung und Verantwortung vieler – junge Menschen, Erziehungsberechtigte, Fachkräfte, Ehrenamtliche, Organisationen, Initiativen, politische Entscheidungsträger*innen. Nur gemeinsam können wir jungen Menschen das Rüstzeug mitgeben, ihre Zukunft lebenswert und verantwortlich zu gestalten.

Die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements für Bildung

Zivilgesellschaftliches Engagement ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Bildungssystems – und mit rund sechs Millionen Engagierten das zweitgrößte und stetig wachsende Engagementfeld in Deutschland. Angesichts der Herausforderungen, die unser Bildungssystem offenbart, ist es von höchster Priorität, Bildung zukunftsfähig zu gestalten. Hier leisten zivilgesellschaftliche Akteur*innen, Ehrenamtliche, Vereine, Stiftungen und Initiativen einen entscheidenden Beitrag: Sie bringen innovative Lernansätze, zusätzliche Ressourcen und individuelle Fördermöglichkeiten ein. Sie fördern Schlüsselkompetenzen wie kritisches Denken, Teamfähigkeit, Kreativität und soziale Empathie.

Bildungsengagement stärkt die Demokratie, den sozialen Zusammenhalt und die individuelle Teilhabe und wirkt Polarisierung, Desinformation und antidemokratischen Tendenzen entgegen. Bildung wird so zu einem Motor für gesellschaftliche Transformation und zu einem Fundament für ein friedliches, vielfältiges Miteinander.

Der Wirkhebel des Bildungsengagements: Wie wir als bundesweit arbeitende Stiftung die Arbeit von Engagierten vor Ort stärken

Bildungsengagement erreicht Menschen dort, wo formale Bildungsangebote nicht ausreichen. Die Stiftung Bildung nutzt diesen Wirkhebel gezielt: Als bundesweit tätige, spendenfinanzierte Stiftung stärkt sie seit 2012 das Engagement von Kita- und Schulfördervereinen, Schüler*innen- und Elternvertretungen, Bildungsengagierten und Initiativen vor Ort. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Förderung von Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Demokratiebildung – insbesondere dort, wo es an Sichtbarkeit, Ressourcen oder politischer Unterstützung fehlt.

Durch das Vernetzen lokaler Akteur*innen, die gezielte Projektförderung und das Einwirken auf bildungspolitische Prozesse wirkt sie systemisch und handlungsnah zugleich. Dabei wird deutlich: Die Stiftung Bildung kann als gleichrangige Partnerin konzeptionell, beratend und modellhaft Bildung mitgestalten. Denn wer Bildung nachhaltig stärken will, muss vor allem jene stärken, die sich vor Ort tagtäglich dafür stark machen.

Unsere Programme und Projekte

Büro der Bundesschülerkonferenz (BSK)

Die Stiftung Bildung setzt sich stark für die politische Mitbestimmung von Schüler*innen ein. Als Projektträgerin der Bundesschülerkonferenz (BSK) fördern wir seit 2022 das ehrenamtliche Engagement von Schüler*innen, indem wir administrative Aufgaben übernehmen und so die Arbeit der Schüler*innenvertretungen stärken. Diese Unterstützung ermöglicht der BSK eine Diversifizierung ihres Bundessekretariats und – neben zahlreichen Klausur- und Plenartagungen – innovative Projekte wie den Bildungskongress 2023 mit rund 300 Teilnehmenden, bei dem Forderungen für eine gerechtere Bildungspolitik entwickelt wurden. Es stärkt auch die Stimme der Schüler*innen in öffentlichen Debatten.

youpan

Seit 2027 unterstützen wir das vom BMBF geförderte Jugendbeteiligungsprojekt youpaN. Wir unterstützen die 30 ehrenamtlichen youpaN-Mitglieder zwischen 16 und 27 Jahren, die mit Expert*innen an einer nachhaltigen Zukunft arbeiten. Als Jugendforum der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung (NP BNE) beeinflusst das youpaN aktiv die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für BNE und setzt sich dafür ein, dass Bildung auf allen Ebenen für nachhaltige Entwicklung und Partizipation geöffnet wird. Unser youpaN-Büro übernimmt administrative Aufgaben, unterstützt die jungen Menschen in enger und partizipativer Zusammenarbeit und stärkt Diversität, Inklusion und Demokratiefähigkeit im Jugendgremium durch pädagogische Begleitung.

Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“ – Bildung mit Wirkung

Seit 2014 verleiht die Stiftung Bildung jährlich den Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“, der das Engagement von Kita- und Schulfördervereinen in ganz Deutschland sichtbar macht und stärkt. Ausgezeichnet werden Projekte, die sich mit innovativen Ideen und großem Einsatz für eine chancengerechte, vielfältige und partizipative Bildung einsetzen. Das Besondere: Die Initiativen entstehen an der Basis, an den Bildungsorten – gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen, Eltern, Fachkräften und Ehrenamtlichen.

Der Preis wirkt weit über den Tag der Verleihung hinaus: Er motiviert, vernetzt, inspiriert und ermutigt zur Nachahmung. Mit dem Förderpreis würdigt die Stiftung Bildung die kreative Kraft zivilgesellschaftlicher Bildungsinitiativen – und zeigt, wie lebendig Demokratiebildung, Vielfalt und Teilhabe in Kitas und Schulen bereits heute gelebt werden.

Chancenpatenschaften – Chancengerechtigkeit in der Bildung

Das Programm Chancenpatenschaften bringt Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Teilhabechancen zusammen. In Pat*innenschaften auf Augenhöhe lernen sie voneinander, unterstützen sich im Schulalltag und verbringen gemeinsam wertvolle Momente. So werden Vorurteile abgebaut, gegenseitiges Verständnis gestärkt und kulturelle Vielfalt erlebbar.

Chancenpatenschaften stärken soziale Bindungen und eröffnen jungen Menschen neue Lern- und Lebensperspektiven. Das Bildungsengagement spielt hierbei eine zentrale Rolle, indem es diese Begegnungen und den Austausch durch gezielte Unterstützung von engagierten Akteur*innen vor Ort ermöglicht. Erfolgsgeschichten aus dem Programm zeigen, wie vielfältig Chancenpatenschaften wirken und machen deutlich: Mit Chancenpatenschaften schaffen wir Orte, an denen Kinder und Jugendliche wachsen, sich entfalten und gemeinsam neue Chancen entdecken können. So stärken wir Bildungsgerechtigkeit, ein vielfältiges Miteinander und soziale Teilhabe.

youstartN – Wirtschaft verstehen, Finanzwissen stärken, Zukunft gestalten

Im Förderprojekt youstartN unterstützen wir nachhaltige Schüler*innen-, Azubifirmen und -genossenschaften (kurz Schüfis) besonders in strukturschwachen Regionen, die es jungen Menschen ermöglichen, ihre unternehmerischen Ideen umzusetzen und gleichzeitig die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zu verfolgen. Seit 2022 hat youstartN über 18.800 junge Menschen in 650 BNE-Projekten mit Booster-Geldern bis zu 1.000 Euro unterstützt. Die jährliche Förderpreisverleihung zeichnet die besten Ideen und Projekte aus und stellt sicher, dass die junge Generation bei der wirtschaftlichen und sozialen Transformation Deutschlands eine zentrale Rolle spielt.

Über Schulfördervereine bringt youstartN Fördergelder gezielt an die Stellen, an denen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verstetigt wird. Indem wichtige Themen wie Klimaschutz, soziale Verantwortung und politische Partizipation in die Bildungslandschaft eingebracht werden, wirkt youstartN dem Fachkräftemangel entgegen und trägt aktiv zur Zukunftsgestaltung bei.

youclub – Bildungschancen in Jugendclubs gestalten

Das Projekt youclub bestärkt junge Menschen darin, sich selbstbewusst als Teil der Gesellschaft zu begreifen und ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. Es fördert außerschulische Bildungsprojekte in Jugendclubs, um Beteiligung und Selbstwirksamkeit zu ermöglichen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Bildungshintergrund. Über den Wirkhebel der offenen Jugendarbeit richten wir uns besonders an Kinder und Jugendliche, die bisher seltener von Bildungsprojekten und Engagementförderung erreicht wurden.

2025 unterstützt youclub Projekte zur beruflichen Orientierung und handwerklichen Bildung in Berlin und Brandenburg – Regionen, in denen Jugendclubs oft von Schließungen bedroht oder betroffen sind und berufliche Perspektiven oft fehlen. Genau hier setzt youclub an: Wir ermöglichen kreative Räume, in denen junge Menschen praktische Fähigkeiten erlernen, die ihnen neue Wege eröffnen. Die Förderung von bis zu 5.000 Euro schafft mehr Sichtbarkeit für diese wichtigen Lernorte, erleichtert den Übergang von Schule zu Beruf und setzt Impulse für mehr Bildungsengagement.

Die Projekte zeigen, wie eine bundesweite Stiftung das Engagement an den Bildungsorten stärken kann. Sie zeigen auch, wie kreativ und vielfältig dieses Engagement für ein gutes Miteinander und beste Bildung ist. Damit es nicht bei einzelnen Projekten bleibt und beste Bildung auch strukturell gelingt, braucht es systematische Lobbyarbeit.

Lobbyarbeit der Stiftung Bildung: Bildung gemeinsam politisch gestalten

Ziel unserer Lobbyarbeit ist es, eine verlässliche, dauerhafte Förderung des Engagements von Kindern, Jugendlichen, Erziehungsberechtigten sowie Kita- und Schulfördervereinen durch öffentliche Haushaltsmittel zu erreichen. Damit Bildungsengagement sein volles Potenzial entfalten kann, braucht es politische Aufmerksamkeit, strukturelle Förderung und verlässliche Rahmenbedingungen. Die Stiftung Bildung wirkt dabei als Themenanwältin für beste Bildung und Brückenbauerin zwischen Engagierten und Entscheidungsträger*innen.

Wir beraten Politik und öffentliche Verwaltung, führen Gespräche mit Abgeordneten, arbeiten eng mit Ministerien, Wissenschaft und Bildungsakteur*innen zusammen und engagieren uns in Gremien, auf Konferenzen und Fachtagungen. Wir unterstützen die ehrenamtlich getragene Arbeit der Kita- und Schulfördervereine, ihrer Landesverbände der Kita- und Schulfördervereine sowie der Strukturen des bundesweiten Bildungsengagements – bestehend aus der Bundesschülerkonferenz (BSK), der Bundeselternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege (BEVKi), dem Bundeselternrat (BER) und dem Bundesverband der Kita- und Schulfördervereine e.V. (BSFV) – mit dem Ziel, deren Stimme ebenfalls politisch zu stärken.

Unsere Erfolge zeigen die Wirksamkeit dieser Arbeit: So war die Stiftung Bildung maßgeblich daran beteiligt, dass die Programmsumme des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“ im Haushaltsjahr 2020 von 8 auf 18 Millionen Euro erhöht wurde. Auch die Erweiterung der Zielgruppe des Programms auf Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Teilhabechancen geht auf unsere Initiative zurück.

Durch bundesweite Kampagnen wie #EinstürzendeSchulbauten oder #LobbyFürBildung setzen wir wichtige Themen auf die politische Agenda. Mit dem Startchancen-Programm wurde ein weiterer bildungspolitischer Meilenstein durch unsere Initiative mit angestoßen.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die politische Einbindung und Mitbestimmung junger Menschen. Mit unserer Förderung von Jugendbeteiligung setzen wir uns konsequent für Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen in der Bildungspolitik ein – ein Recht, das ihnen laut UN-Kinderrechtskonvention zusteht.

Auch in den Bereichen Vielfalt und Inklusion, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie der baulichen Qualität von Bildungseinrichtungen setzen wir politisch Impulse: durch Positionspapiere, politische Gespräche, Preisverleihungen und gezielte Kampagnen. Die Kampagne zu maroden Schulgebäuden hat u.a. dazu geführt, dass mehr Gebäudescans durchgeführt werden und Bund und Länder Gelder für Sanierungen bereitstellen.

Kurz: Die Stiftung Bildung versteht sich als Sprachrohr und Plattform für die vielen, die sich täglich vor Ort für bessere Bildung stark machen. Denn: Wer Bildung stärken will, muss auch die stärken, die sich für Bildung engagieren.

Fazit

In den kommenden Jahren werden Millionen junge Menschen in Deutschland Kitas und Schulen besuchen, eine Ausbildung beginnen oder ein Studium aufnehmen. Sie sind es, die künftig unsere Gesellschaft prägen – als Mitgestaltende unserer Demokratie, unseres Wohlstands, unserer Innovationskraft und unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts. Die Erwartungen an sie sind hoch.

Um diesen jungen Menschen die Kompetenzen zu vermitteln, die sie zur Bewältigung dieser Aufgaben brauchen, ist ein entschlossenes Umsteuern notwendig. Denn die großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen treffen auf ein ambivalentes Bildungssystem – reich an Ideen, Bildungsengagierten und Initiativen, überlastet, unterfinanziert und geprägt von struktureller Ungerechtigkeit.

Es braucht Mut, Veränderungswillen und gemeinsames Handeln, um die dringend benötigte Bildungswende zu gestalten. Staatliche Verantwortungsträger*innen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen müssen ihre Kräfte bündeln. Stiftungen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie bringen Expertise und Erfahrung mit, verfügen über Netzwerke, denken systemisch und agieren als Brückenbauer*innen zwischen Zivilgesellschaft, Politik und Bildungsinstitutionen. Sie öffnen Räume, in denen neue Ansätze wachsen können – und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Zukunft der Bildung. Dafür steht die Stiftung Bildung.

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