Am 20. September feiern wir in Deutschland den Internationalen Kindertag – ein wichtiger Anlass, um auf die Rechte von Kindern und Jugendlichen aufmerksam zu machen. Zu den Kinderrechten gehört ein Recht, das für alle weiteren Chancen im Leben grundlegend ist: das Recht auf Bildung.
In der UN-Kinderrechtskonvention, die Deutschland 1992 ratifiziert hat, sind wichtige Kinderrechte eindeutig verankert:
- Artikel 28 spricht jedem Kind das Recht auf (Schul-)Bildung zu.
- Artikel 12 betont das Recht auf Mitbestimmung, also das Recht, gehört zu werden und bei allen Entscheidungen mitzureden, die die eigene Lebenswelt betreffen.
- Artikel 19 garantiert das Recht auf ein gewaltfreies Aufwachsen – physisch, psychisch und strukturell.
- Artikel 24 sichert Kindern das Recht auf Gesundheit, auf körperliches und seelisches Wohlbefinden.
Doch die Realität sieht anders aus.
Bildungsgerechtigkeit bleibt in Deutschland ein Versprechen
Kinder und Jugendliche in Deutschland haben formal die gleichen Rechte, aber nicht die gleichen Chancen. Der aktuelle Paritätische Armutsbericht zeigt einmal mehr: Besonders Kinder aus armutsbetroffenen Haushalten werden auf ihrem Bildungsweg systematisch benachteiligt. Armutsbetroffene Kinder besuchen deutlich seltener und in deutlich geringerem zeitlichem Umfang frühkindliche Bildungseinrichtungen. Fehlende Kindertagesbetreuung verstärkt damit die soziale Spaltung der Gesellschaft.
Was jetzt angegangen werden muss:
- Zugang zu bester Bildung ab der Kita für alle Kinder ermöglichen
- strukturelle Hürden abbauen
- Mehrsprachigkeit als Ressource anerkennen
- Lernorte inklusiv, partizipativ und chancengerecht gestalten
Nur so wird Chancengerechtigkeit gelebter Alltag an Bildungs-, Lehr- und Lernorten.
Junge Menschen haben das Recht, mitzugestalten
Das Recht auf Beteiligung wird in der Praxis nicht konsequent umgesetzt. Viel zu selten werden junge Menschen danach gefragt, was sie brauchen und wollen, damit sie gesund und gut aufwachsen können. Ob Klima, Digitalisierung, Gesundheit oder Mobilität, gesellschaftlicher Zusammenhalt oder Wehrdienst: Junge Menschen haben klare Positionen, kreative Ideen und berechtigte Erwartungen und müssen diese auch äußern dürfen. Ihre Perspektiven müssen ernst genommen, ihre Ideen umgesetzt werden.
Fehlende Mitbestimmungsmöglichkeiten erzeugen Frust und Resignation und gefährden nicht weniger als die Gesundheit junger Menschen und das, was unsere Demokratie im Kern ausmacht: eine generationengerechte Zukunftsgestaltung.
Junge Menschen brauchen Beteiligung, Schutz und Anerkennung
Kinder und Jugendliche sind die vulnerabelste Gruppe unserer Gesellschaft und gleichzeitig eine Minderheit. Klimawandel, Fachkräftesicherung, Rentensystem, Wehrdienst – es liegt viel Verantwortung auf der jungen Generation. Dabei ist ihre mentale und körperliche Gesundheit heute stärker belastet denn je.
Umso wichtiger ist es, dass die Rechte auf Gesundheit und ein Aufwachsen ohne Gewalt aktiv umgesetzt werden: in Familien, Kitas, Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereinen, bei politischen Entscheidungen und im öffentlichen Diskurs müssen Kinder und Jugendliche besonders geschützt werden. Das gilt auch für den digitalen Raum.
Chancengerechte Bildung jetzt
Wir sagen: Es reicht nicht, Bildung zu ermöglichen, wir müssen sie gerecht gestalten. Wir setzen uns jeden Tag gemeinsam mit über 40.000 Kita- und Schulfördervereinen und sechs Millionen Bildungsengagierten dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeiten, Räume und Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um zu selbstbestimmten und verantwortungsvollen Gestalter*innen von Gegenwart und Zukunft zu werden. Bildung ist ein Menschenrecht, der Schlüssel zu Selbstbestimmung, das Fundament für eine gerechte Gesellschaft und die beste Prävention gegen Ausgrenzung und strukturelle Ungleichheit.
Was du tun kannst:
- Engagiere dich in deinem Kita- oder Schulförderverein.
- Höre Kindern offen und neugierig zu und respektiere ihre Meinung.
- Sprich über Kinderrechte mit Kindern und Erwachsenen.
- Spende für Bildung und Jugendbeteiligung.
Alle Kinder verdienen es, gehört zu werden. Alle Kinder verdienen beste Bildung.
Wirksam und transparent spenden

Die Stiftung Bildung ist für ihre Arbeit mit dem DZI-Spendensiegel ausgezeichnet.
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