Vier Tage Natur, Gemeinschaft und Zukunftsfragen: Was bleibt hängen, wenn Schule plötzlich anders ist? Wenn der Stundenplan gegen Waldwege, Diskussionen in Workshops und Lagerfeuer getauscht wird? Eine Schulklasse aus Schleswig-Holstein hat genau das ausprobiert, möglich gemacht durch das Programm Chancenpatenschaften der Stiftung Bildung.
So entsteht das Kita-Wäldchen
Dank des Einsatzes der Einrichtungsleitung steht den Kindern der Kindertagesstätte in Niedersachsen ein kleines Waldstück hinter ihrem Gebäude zur Verfügung. Im Flur der Kita hängt ein Plakat mit dem Titel „Die Kinderrechte“. Darauf ist unter anderem zu lesen: „Ich habe das Recht, mitzubestimmen und zu sagen, was ich denke.“ Und genau so wird entschieden, was im Kita-Wäldchen passiert und was nicht.
Ideen, Wünsche, Abenteuer: Die Kinder gestalten ihren Wald
Vor dem ersten Waldbesuch malen die Tandems Bilder, wie sie sich ihr Wäldchen vorstellen und was sie dort erleben möchten. Dalia und Luis möchten ein Picknick veranstalten, Tuana und Theo träumen von einem Baumhaus, und Alea und Leander wünschen sich ein Nashorn. Manche Ideen sind realistischer als andere – aber alle Tandems haben ein gemeinsames Ziel: selbst aktiv werden und gestalten.
Ausrüstung und Abenteuer: Mit Bollerwagen und Lupenglas unterwegs
Gemeinsam wird das benötigte Material eingekauft: Seile, Schnitzmesser, Schaufeln, Rechen, eine Wurmbeobachtungsstation, Lupengläser, Sägen für Kinder und eine Hängematte. An einem Tag in der Woche, dem „Dobby-Donnerstag“, haben zwölf Kita-Kinder die Möglichkeit, in Zweiertandems das Wäldchen zu erobern. Ein Tandem zieht den Bollerwagen mit der Ausrüstung. Am Eingang erklären Schilder die Waldregeln: nichts kaputt machen, keine Pflanzen pflücken, Müll wieder mitnehmen, Tiere behutsam behandeln.
Regeln lernen – Natur schützen:
Heute ist Dobby, der Labrador der Kita, an der Leine. Anne Bergmann erklärt den Kindern anhand von Illustrationen die „Brut- und Setzzeit“, in der Tiere nicht gestört werden dürfen. Danach dürfen die Kinder sich Ausrüstung aus dem Bollerwagen nehmen: ein Tandem beobachtet Regenwürmer, Asseln, Spinnen und Schnecken mit Lupenglas, ein anderes schnitzt. Im Mai folgt ein Workshop mit einer externen Wildnispädagogin. Danach können die Tandems erneut entscheiden, was sie im Wald erleben möchten und welches Material dafür benötigt wird. Frau Bergmann beobachtet gespannt, wie sich die Wünsche der Kinder nun verändern – denn das gehört zum Lernen dazu: Bedürfnisse und Ideen dürfen wachsen.
Chancenpatenschaften: Begegnungen auf Augenhöhe
Das alles war Teil des Programms Chancenpatenschaften, das Patenschaften zwischen jungen Menschen mit unterschiedlichen Teilhabechancen stiftet. Es schafft Begegnungen, ermöglicht Teilhabe und öffnet Räume für neue Bildungs- und Lebenserfahrungen. Denn junge Menschen brauchen mehr als auf dem Lehrplan steht. Sie brauchen Zugehörigkeit, Selbstvertrauen und das Gefühl, die Welt mitgestalten zu können.
Mehr über das Programm Chancenpatenschaften und wie man mitmachen kann, erfährst du hier.
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