Bildungsengagement ist Demokratieschutz

Die Rolle der Zivilgesellschaft in der nationalen Sicherheitsstrategie

Sicherheit betrifft uns alle. In Zeiten multipler Krisen, globaler Unsicherheiten und wachsender gesellschaftlicher Polarisierung sind innere und äußere Sicherheit nicht mehr eindeutig voneinander abgrenzbar. Die Resilienz von Gesellschaften – auch von Demokratie – gewinnt zunehmend an Bedeutung. Hierfür leistet die Zivilgesellschaft einen nicht ersetzbaren Beitrag. Dieses muss gestärkt werden. Dafür gilt es, ein kollektives Verständnis für den Aufbau gesamtgesellschaftlicher Widerstandskraft durch aktives zivilgesellschaftliches Engagement, verlässliche Strukturen und gelebte Demokratie zu schaffen.

Was ist „Comprehensive Defense”?

Um Sicherheit mehrdimensional zu denken, brauchen wir ein umfassendes Strategiekonzept, dass alle Bereiche von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft strukturiert einbezieht und jenseits politischer Debatten konkrete Antworten und einen Handlungsrahmen bietet. Nur mit einem ganzheitlichen Ansatz, der militärische, zivile, wirtschaftliche, soziale, psychologische, ökologische und digitale Aspekte vereint, stellen wir Deutschland resilient und zukunftssicher auf.

Das „Framework Comprehensive Defence für Deutschland” baut auf bestehenden internationalen ganzheitlichen Ansätzen der nordeuropäischen Länder auf und überträgt diese auf Deutschland. Es geht über eine rein militärische Verteidigung hinaus und begreift Sicherheit als gemeinschaftliche Aufgabe von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Es bietet einen strategisch durchdachten Rahmen, um gesamtgesellschaftliche Resilienz zu entwickeln. Bildung und zivilgesellschaftliches Engagement nehmen darin eine zentrale Rolle ein.

Zivilgesellschaft und Bildung als Schlüsselfaktoren gesellschaftlicher Resilienz

Zivilgesellschaftliches Bildungsengagement leistet einen strategisch bedeutenden Beitrag. Es umfasst die rund sechs Millionen ehrenamtlich engagierten Menschen, die sich tagtäglich vor Ort dafür einsetzen, dass Kinder und Jugendliche Zugang zu hochwertiger, chancengerechter Bildung erhalten. Dort, wo der Staat Lücken hinterlässt, füllt es diese mit vielfältigen, innovativen und nachhaltigen Ideen aus. Vor allem funktioniert es als Frühwarnsystem und Innovationstreiber genau dort, wo Politik qua Verfasstheit und Rolle langsamer und verzögerter agiert. Es kann schnell, flexibel und individuell handeln und gestaltet so aktiv die Bildung von heute und morgen mit. Kita- und Schulfördervereine sind dabei ein wichtiger und wachsender Bestandteil.

Lokale Strukturen – insbesondere die Kita- und Schulfördervereine – stabilisieren den Bildungsalltag und leisten enorm wichtige Beiträge zu Demokratieförderung, Inklusion und Resilienz.

Passend dazu äußert sich auch die Schirmherrin der Stiftung Bildung, Prof.in Dr.in Gesine Schwan:

„Eine lebendige Demokratie braucht gute Bildung. Nachhaltige Veränderungen gehen heute selten von Regierungen aus, sondern werden mehr und mehr von einzelnen Engagierten und der organisierten Zivilgesellschaft in Gang gesetzt.”

Zivilgesellschaftliches Bildungsengagement trägt entscheidend in allen Handlungsfeldern zur gesamtgesellschaftlichen Widerstandskraft bei:

Military Defence: Auch wenn militärische Verteidigung in staatlicher Verantwortung liegt und im Falle eines gewaltsamen Konflikts als Verteidigungsmöglichkeit essenziell ist, ist sie auf das Vertrauen und das Verständnis der Gesellschaft angewiesen. Zivilgesellschaftliches Bildungsengagement kann hier Orientierung geben – etwa durch politische Bildung, Aufklärung über internationale Zusammenarbeit oder die Rolle von Streitkräften in Demokratien.

Social Defence: Ehrenamtliches Bildungsengagement stärkt den sozialen Zusammenhalt, fördert gegenseitige Unterstützung, gestaltet aktiv Bildung und Transformation, schafft Räume für gesellschaftliche Mitgestaltung, Aushandlungsprozesse und Teilhabe.

Psychological Defence: Politische Bildung, Medienkompetenz und die Förderung von Urteilsfähigkeit tragen zur individuellen Resilienz bei und schützen vor Extremismus, Polarisierung und Desinformation.

Cyber Defence: Bildungsengagierte leisten einen Beitrag zur digitalen Resilienz, indem sie digitale Kompetenzen, kritisches Denken und Medienbildung vermitteln. Sie schaffen gemeinsam mit Kitas, Schulen und außerschulischen Lernorten ein stabiles digitales Lern- und Kommunikationsumfeld und tragen so zur gesamtgesellschaftlichen Sicherheit im digitalen Raum bei.

Civil Defence: Lokale Bildungsakteur*innen wie Kita- und Schulfördervereine und andere Bildungsinitiativen können in Krisensituationen schnell reagieren und flexibel agieren, Bildungsräume stabilisieren und dazu beitragen, Gemeinwohl zu schützen und Resilienz zu stärken.

Ecological Defence: Mittels Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Projekten zu Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Klimagerechtigkeit werden ökologische Verantwortung, vorausschauendes Handeln und die Transformationsfähigkeit von Gesellschaft und Individuum gefördert.

Economic Defence: Programme wie bspw. die Förderung von Schüler*innenfirmen vermitteln unternehmerisches Denken, stärken wirtschaftliche Eigenverantwortung, Zukunftskompetenzen und die Resilienz junger Menschen gegenüber ökonomischer Unsicherheit.

Bildung als strategisches Schlüsselinstrument

Die unabhängige und spendenfinanzierte Stiftung Bildung versteht Bildungsengagement als strategische Ressource gesamtgesellschaftlicher Resilienz. Bildung, Beteiligung und Engagement sind zentrale Voraussetzungen für eine wehrhafte Demokratie – und wirken am stärksten, wenn sie präventiv gefördert werden. Bildungsangebote zur Krisenvorsorge, Projekte zur digitalen Mündigkeit oder Formate der Kinder- und Jugendbeteiligung verdeutlichen: Eine starke Gesellschaft entsteht nicht erst im Ernstfall, sondern durch kontinuierliche Stärkung ihrer sozialen und demokratischen Grundlagen. Sie ist in der Lage, sehr viel besser und aktiv mit den sich überlappenden Krisen unserer Zeit umzugehen.

Sicherheit als kollektive Verantwortung

Die multiplen Herausforderungen unserer Zeit richten sich zunehmend gegen zivile Infrastrukturen, digitale Räume und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Sicherheit ist nicht allein eine staatliche oder militärische Aufgabe – sie braucht ein kollektives Verständnis von Sicherheit, in dem Bildung, Beteiligung und Engagement als strategische Ressourcen anerkannt und entsprechend selbstverständlich gestärkt werden – im Zusammenwirken von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Fazit: Bildungsengagement ist Demokratieschutz

Die Zivilgesellschaft ist elementar, um Frieden zu sichern. Zivilgesellschaftliches Bildungsengagement ist mehr als ein Beitrag zur Bildungslandschaft. Es ist ein strategischer Hebel zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit unserer demokratischen Gesellschaft und trägt umfassend zu gesamtgesellschaftlicher Sicherheit bei. Der „Comprehensive Defense”-Ansatz bietet einen fundierten Rahmen, um diesen Beitrag sichtbar zu machen und gezielt auszubauen. Die Stiftung Bildung versteht sich als Gestalterin und Partnerin dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe.

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