14 Jahre Stiftung Bildung

Wie geht es Kindern und Jugendlichen in Deutschland?

Heute, am 24. September, werden wir 14. Ein Alter, das man gern als „schwierig“ bezeichnet. Dabei ist es vor allem: spannend, unübersichtlich und voller Fragen, Veränderungen und Herausforderungen. Wir haben uns gefragt: Was wäre, wenn die spendenfinanzierte Stiftung Bildung eine 14-jährige Jugendliche wäre? Wir starten also ein kleines Gedankenexperiment: Stell dir vor, ich bin 14 und besuche eine weiterführende Schule.

Ein Blick in meine Klasse

In meiner Klasse sitzen 30 Kinder. Sechs von ihnen sind von Armut betroffen. Deutschlandweit ist fast jedes fünfte Kind betroffen, also fast drei Millionen Kinder insgesamt. Sechs Mitschüler*innen allein in meiner Klasse, die nicht wissen, ob die nächste Klassenfahrt für sie bezahlbar ist oder ob das Geld für neue Turnschuhe reicht.

Ich spüre jeden Tag, dass es nicht allen in meiner Klasse gut geht. Die Hälfte meiner Mitschüler*innen wird oder wurde gemobbt: Ausgrenzung, Häme, manchmal offene Gewalt. Sechs andere sind psychisch belastet. So wie jeder fünfte junge Mensch in Deutschland. Was ist mit mir? Wie geht es mir eigentlich?

Es gibt Themen, die Kinder und Jugendliche stumm mit sich herumtragen. Sie werden nicht sichtbar. Fünf Kinder in meiner Klasse wachsen mit einem Elternteil auf, das psychisch krank oder suchtkrank ist. Und das Kindeswohl weiterer Mitschüler*innen ist gefährdet. Das bedeutet, sie erfahren Vernachlässigung, körperliche und psychische Misshandlung und sexualisierte Gewalt. Ich weiß nicht genau, wie viele das in meiner Klasse betrifft. Niemand spricht darüber. Ich weiß aber, dass die Fallzahlen von Kindeswohlgefährdung seit 2015 um 44 Prozent gestiegen sind. Das sind keine abstrakten Statistiken. Das sind Kinder, die Hilfe brauchen.

Meine Mitschüler*innen und ich werden älter. Je näher der Schulabschluss rückt, desto lauter wird eine Frage: Schaffe ich das? Wenn nicht, was kommt dann? Hatten wir auf unserem Weg durch Kita und Schule eigentlich alle dieselben Chancen? Auch in meiner Klasse werden Mitschüler*innen die Schule ohne Abschluss verlassen. Werde ich eine von ihnen sein? Im Schuljahr 2025/26 haben mehr als 64.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen. So viele wie nie zuvor. Diese Zahl beschreibt ein System, das zu viele junge Menschen allein lässt.

Was das mit unserem Geburtstag zu tun hat

Wir erzählen diese Geschichte nicht, um zu erschrecken. Wir wollen zeigen, warum wir jetzt schon seit 14 Jahren genau an diesen Themen arbeiten: Chancengerechtigkeit, Kinder- und Jugendbeteiligung, Vielfalt, Inklusion und mentale Gesundheit. Gemeinsam mit rund 40.000 Kita- und Schulfördervereinen und 5,9 Millionen ehrenamtlich Bildungsengagierten bundesweit.

Wir wissen, dass Bildung entscheidet: über Bildungschancen, über Zugehörigkeit, über die Frage, ob junge Menschen gesund und gut aufwachsen. Ob sie sich sicher und gesehen fühlen. Ob sie selbstbestimmt leben können. Mit unserer Kampagne „Bildung entscheidet“ wollen wir genau das sichtbar machen.

14 Jahre und noch lange nicht fertig

14 – mittendrin und doch noch am Anfang? Wir sind überzeugt: Wir müssen jetzt handeln, damit Bildung allen Kindern und Jugendlichen dieselben Chancen bietet. Wir wollen weiterwachsen, älter werden, Kinder und Jugendliche stärken, gemeinsam mit euch Bildung besser machen.

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