“Der Zugang für Menschen mit doppelter Sinnesbeeinträchtigung zu allen Teilhabebereichen ist stark erschwert und es besteht die Gefahr von Isolation und Abhängigkeit. Insbesondere in den Bereichen Informationsbeschaffung, Orientierung und Kommunikation und damit in Teilhabe an Bildung, Gesellschaft und Arbeit liegt eine hohe Erschwernis vor”
Seit 2009 bietet die Schüler*innenfirma RumS – Rundum Service an einem Förderzentrum jungen Menschen mit Hörsehbehinderung oder Taubblindheit die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in verschiedenen Arbeitsbereichen zu sammeln. In der Werkstufe übernehmen die Schüler*innen freiwillig vielfältige Aufgaben und bereiten sich Schritt für Schritt auf ein möglichst selbstständiges Leben und die Teilhabe am Arbeitsleben vor. Dabei stehen ihre individuellen Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten stets im Mittelpunkt.
Ganz nach dem Motto „Rundum Service“ engagieren sich die Jugendlichen in zahlreichen Bereichen des Schulalltags. Sie übernehmen den Post-, Altglas- und Altpapierservice, betreiben den Schulkiosk, organisieren das Frühstücksangebot und kümmern sich um internes sowie externes Catering. Dabei erwerben sie nicht nur wirtschaftliche Grundkenntnisse, sondern lernen auch den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln, Recycling und Geld. Ebenso wichtig sind soziale Kompetenzen wie Teamarbeit, Kommunikation, das Einholen von Unterstützung sowie der sichere Umgang mit Notfallsituationen.
Die Schüler*innenfirma RumS schafft einen geschützten Raum, in dem die Jugendlichen Selbstvertrauen entwickeln und erleben, dass ihre Arbeit einen echten Mehrwert für die Schulgemeinschaft hat. Gleichzeitig eröffnet sie wichtige Lernfelder für ein selbstbestimmtes Leben. Durch praxisnahe Arbeitsabläufe und individuelle Unterstützung erwerben die Schüler*innen Kompetenzen, die ihnen den Übergang in die Arbeitswelt erleichtern und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Seit inzwischen mehr als 15 Jahren leistet RumS damit einen wertvollen Beitrag zur Berufsorientierung und Inklusion.
Mit der youstartN-Förderung der Stiftung Bildung möchte RumS seine Arbeitsplätze noch inklusiver gestalten. Geplant sind unter anderem ein digitales Kassensystem mit Piktogrammen, höhenverstellbare Möbel, neue Kochutensilien sowie ein leiser Servicewagen für den Cateringbereich. Darüber hinaus sollen Rezepte in Leichte Sprache sowie als Bild- und Tastrezepte aufbereitet werden, damit möglichst alle Schüler*innen selbstständig mitarbeiten können. So wird die Schüler*innenfirma ihrem Ziel gerecht, Teilhabe für alle erlebbar zu machen.

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