Junge Menschen wollen aktiv und mit eigenen Ideen die Zukunft der Bildung mitgestalten. Dafür müssen sie an politischen Prozessen teilhaben können und ihre Entscheidungen berücksichtigt werden. Deshalb setzen wir als spendenfinanzierte Stiftung Bildung das Jugendbeteiligungsprojekt youpan bereits seit 2017 erfolgreich um. Eine neue Studie des Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) zeigt nun anhand der Beteiligung des youpan in den nationalen BNE-Gremien: Junges Engagement für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zahlt sich aus.

Studie zur Beteiligung junger Menschen am Beispiel des youpan
BNE steht für eine Bildung, die Lernende befähigt, ihr Umfeld selbst nachhaltig zu gestalten. Ziel ist es, dass es allen Menschen global betrachtet möglichst gut geht. Deutschland beteiligt sich deshalb am UNESCO-Programm „BNE 2030“, um nachhaltige Entwicklung im Bildungssystem zu verankern. Dafür wurde die Nationale Plattform BNE sowie weitere Foren auf Bundesebene geschaffen, in denen Expert*innen aus Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft an diesem Ziel arbeiten. Zudem gibt es ein eigenständiges Jugendforum, das Vertreter*innen mit Stimm- und Rederecht in die Nationale Plattform und die Foren entsendet und somit den nationalen BNE-Prozess aktiv mitgestaltet: das Jugendforum youpan, welches hauptamtlich von der Stiftung Bildung unterstützt wird.
Forschende des Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) untersuchten für das nationale Monitoring zu BNE im Auftrag des Institut Futur der Freien Universität Berlin anhand des youpan die Wirksamkeit von Jugendbeteiligung in den BNE-Gremien. Die Ergebnisse zeigen: youpan-Mitglieder vertreten ihre Anliegen, beeinflussen Arbeitsweisen und Entscheidungen in den Gremien und erlernen dabei wichtige Kompetenzen für ihren eigenen Werdegang.

Ergebnisse
youpan-Mitglieder bauen ihre Kompetenzen aus
Die Ergebnisse zeichnen ein deutliches Bild: Mitglieder des youpan bringen bereits vielfältige Kompetenzen mit und entwickeln diese während ihrer Mitgliedschaft kontinuierlich weiter. Sie vertiefen ihr Wissen im Bereich BNE und stärken zugleich soziale sowie demokratische Fähigkeiten. Gleichzeitig bauen sie methodische und organisatorische Kompetenzen aus, erhalten Einblicke in politische Prozesse und lernen, den eigenen Standpunkt klar zu vertreten ebenso wie Positionen gemeinsam auszuhandeln.
Darüber hinaus zeigt sich, dass youpan-Mitglieder ein starkes Gefühl von Selbstwirksamkeit erleben. Dieses entsteht beispielsweise durch Engagement in der Lobbyarbeit oder im Austausch mit anderen jungen Menschen. Solche Erfahrungen stärken das Selbstbewusstsein und motivieren viele, sich auch langfristig ehrenamtlich einzubringen.
Ermöglicht wird dies vor allem durch die Arbeitsweise innerhalb des youpan: Die Mitglieder lernen voneinander, können neue Ideen ausprobieren und haben dabei viel Raum, eigene Erfahrungen zu sammeln. Die Begleitung durch das youpan-Büro der Stiftung Bildung bietet hierbei wichtige pädagogische und organisatorische Unterstützung.
Einfluss des youpan auf die BNE-Gremien
Wenn junge Menschen sich im BNE-Prozess engagieren, profitieren nicht nur sie selbst – auch die Arbeit in den BNE-Foren entwickelt sich weiter. Das zeigt sich unter anderem in den gesetzten Themen und in den geführten Diskussionen. So stellen die youpan-Mitglieder beispielsweise das Thema Jugendbeteiligung immer wieder in den Mittelpunkt und verweisen auf die Rahmenbedingungen, die es braucht, um mehr junge Menschen für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen.
Auch die Arbeitsweise einzelner Gremien verändert sich durch Impulse aus dem youpan. So bringen Mitglieder beispielsweise neue Methoden in die Gestaltung von Sitzungen ein. Darüber hinaus stoßen sie die Gründung neuer Arbeitsgruppen an und wirken maßgeblich an der Entwicklung von Positionspapieren mit, die später von der Nationalen Plattform BNE verabschiedet werden. Einige Beispiele dafür sind:
- Beschluss des Forums Hochschule zu Partizipation als Schlüssel nachhaltiger Hochschulentwicklung
- Erklärung „Partizipation, Beteiligungsmöglichkeiten und Freiräume“
- Resolution „BNE als Weg aus der Krise“,
- BNE-Kampagne (Idee zu der Kampagne wurde von einem youpan-Mitglied eingebracht)

Junge Strategien in den BNE-Gremien
Die Forschenden konnten außerdem beobachten, mit welchen Strategien youpan-Mitglieder ihre Anliegen in den Gremien voranbringen. Zum einen positionieren sie sich als Expert*innen für die Lebensrealitäten junger Menschen und bringen dabei ihre eigenen Erfahrungen sowie viel Praxiswissen ein. Zum anderen verweisen sie immer wieder auf ihre fachliche Expertise zu BNE und Nachhaltigkeit.
Darüber hinaus nutzen youpan-Mitglieder verschiedene kommunikative und strategische Ansätze: Sie stellen gezielt Fragen, hinterfragen bestehende Positionen und setzen gelegentlich auch bewusste Irritationen ein, um neue Perspektiven anzustoßen. Ebenso wichtig ist der Aufbau von Bündnissen mit anderen BNE-Akteur*innen. Auf diese Weise gelingt es ihnen, ihre Themen und Anliegen innerhalb der BNE-Gremien wirksam einzubringen.

Mehr Informationen
Mehr Informationen zur Studie finden sich auf der Internetseite der Freien Universität Berlin.
Informationen zum youpan finden sich auf der Internetseite des Jugendforums sowie auf dem BNE-Portal.
Hintergrund: Das BNE-Jugendforum youpan
Das Jugendforum youpan bringt junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren zusammen, die sich an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beteiligen. Die jungen Ehrenamtlichen arbeiten in den Gremien des UNESCO-Programms „BNE 2030“, beraten Organisationen und politische Entscheidungsträger*innen.
Das youpan-Büro der gemeinnützigen Spendenorganisation Stiftung Bildung begleitet die jungen Menschen in ihrem Engagement und setzt das Jugendbeteiligungsprojekt seit 2017 erfolgreich um. Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.


