Kommenden Sonntag sind Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Sachsen-Anhalt hat bereits gewählt und die Ergebnisse zeigen: Gerade jetzt braucht es starke Bildungsorte, eine lebendige Zivilgesellschaft und aktive Kinder- und Jugendbeteiligung, um Demokratie, Vielfalt, Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit zu stärken.
Unsere Chancenpatenschaften setzen bundesweit genau da an: In Kooperation mit den Kita- und Schulfördervereinen vor Ort, schaffen sie Räume, in denen junge Menschen zusammenkommen, von- und miteinander lernen und Verantwortung übernehmen.
Wie das konkret aussieht, zeigen drei Patenschaftsprojekte aus Sachsen-Anhalt:
Neue Blickwinkel und ein respektvoller Umgang
Bei diesem ersten Patenschaftsprojekt kamen Jungen einer Schule in Zweierteams mit Gleichaltrigen zusammen, um gemeinsam ihre Umwelt zu entdecken. Ein Highlight dabei war ein gemeinsamer Ausflug auf den Brocken. Die Wanderung auf den höchsten Berg im Harz bot ihnen einen neuen Blickwinkel auf ihre Umgebung und stärkte den Zusammenhalt der Gruppe.
Inspiriert von dieser Erfahrung wünschten sich die Tandempaare einen Kurs über Naturkosmetik. Dabei lernten sie nicht nur, wie man eigene Pflegeprodukte herstellt, sondern erfuhren auch viel über Nachhaltigkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Bei einem Yoga- und Achtsamkeitsworkshop lernten sie anschließend mehr über sich selbst und den respektvollen Umgang mit ihrer Umwelt. So konnten die Tandems bei diesem Patenschaftsprojekt ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten entdecken sowie weiterentwickeln und lernen Konflikte konstruktiv zu lösen.
Gefühle erkennen und benennen
Bei einem Patenschaftsprojekt in einer Kita wurde besonderes Augenmerk auf soziale Kompetenzen gelegt. Mithilfe von Karten, auf denen verschiedene Monster abgebildet waren, die unterschiedliche Gefühle repräsentieren, konnten sich die Tandempaare zunächst spielerisch mit ihren Gefühlen auseinandersetzen. Bei anschließenden interaktiven Aktivitäten lernten sie ihre Selbstwahrnehmung zu stärken sowie die eigenen Gefühle zu erkennen, mitzuteilen und in anderen wiederzuerkennen.
Bei gemeinsamen Tandem-Ausflügen, unter anderem zu einer Ökologiestation und in das Europa-Rosarium, wurde den Kinder außerdem erfahrbar gemacht, dass sie Teil eines großen Ganzen sind und ihr Verhalten auf ihre Mitmenschen und die Natur Einfluss hat.
Das neu gewonnene Selbstvertrauen und das gestärkte Miteinander wurde beim Besuch eines Kletterturms deutlich. Die Kinder ermutigten sich gegenseitig, die Kletterwand zu erklimmen und die riesige Schaukel auszuprobieren.
Gehör verschaffen durch Partizipation
Bei diesem dritten Patenschaftsprojekt an einem Gymnasium in Sachsen-Anhalt wollten sich Schülerinnen und Schüler, über die Schulgrenzen hinaus Gehör verschaffen. Junge Menschen im Alter von 11 bis 15 Jahren setzten sich in Zweierteams in einem eigenen Podcast mit sich und neuen sprachlichen Inhalten auseinander und lernten ihre Stimme öffentlichkeitswirksam einzusetzen.
Sie bekamen die Möglichkeit, in Redaktionssitzungen eigene Themen vorzustellen und diese für einen Beitrag aufzuarbeiten sowie Interviewpartner*innen zu finden und zu befragen. Anschließend konnten sie ihre Aufnahmen, unter Anleitung, nach eigenen Vorstellungen zusammenschneiden.
Das Ergebnis fand Anerkennung über die Schulgrenzen hinaus, so wurde der Podcast mit dem 2. Platz des Deutschen Multimediapreises in der Altersklasse 11-15 Jahre ausgezeichnet. Aber noch viel wichtiger: Die beteiligten Tandempaare berichteten, neue Fähigkeiten erlernt und erfahren zu haben, dass ihre Gedanken zählen, ihnen zugehört wird und sie etwas bewirken können.
Patenschaften wirken und sie sind in Gefahr
Diese drei Projekte zeigen: Patenschaften wirken.
Sie schaffen mehr als kurzfristige Erlebnisse. Sie bieten jungen Menschen Räume, in denen sie sich entwickeln und von- und miteinander lernen können. Sie begegnen sich auf Augenhöhe, entdecken ihre eigenen Fähigkeiten, erleben Selbstwirksamkeit und merken: Ich werde gesehen und gehört, meine Meinung zählt und ich kann etwas bewirken. Das ist gelebte Demokratie.
Unsere Wirkungsevaluationen veranschaulichen das. Die Ergebnisse der Langzeitevaluation zeigen, dass 81 Prozent der ehemaligen Pat*innen, sich laut eigenen Angaben danach mehr zutrauen. 93 Prozent der Bildungsengagierten bestätigten, dass das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen langfristig gestärkt wird und 92 Prozent beobachteten, dass sich die Pat*innen auch nach dem Programm noch gegenseitig unterstützen.
Doch im Bundeshaushalt 2027 sind derzeit leider keine Mittel mehr für unsere Patenschaften vorgesehen. Damit drohen sie im nächsten Jahr für tausende junge Menschen wegzubrechen.
Gerade jetzt, nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und mit den bevorstehenden Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, zeigt sich jedoch deutlich, wie wichtig der Erhalt solcher Programme ist. Junge Menschen brauchen Orte, an denen sie zusammenkommen können, um füreinander einzustehen, gehört zu werden und gemeinsam zu lernen.
Deshalb stecken wir derzeit all unsere Energie in die Rettung dieser Patenschaften zwischen jungen Menschen und jede Form der Unterstützung hilft!
So kannst du uns helfen, die Patenschaften zu retten
Wir brauchen jetzt deine Hilfe, um unsere wichtige Arbeit fortsetzen zu können.
So kannst du uns konkret unterstützen:
Spende eine Patenschaft: Mit nur 300 Euro kannst du einem Kind ein Jahr lang eine Patenschaft und damit Bildungschancen, Selbstvertrauen und Freundschaft spenden. Jede Spende zählt und stärkt junge Menschen und Chancengerechtigkeit. Spende jetzt!
Unterzeichne die Petition vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE): Für Teilhabe, Bildung & Zusammenhalt: Rettet das Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“. Hier geht es zur Petition.
Teile unsere Beiträge und berichte über die Situation: Jede Stimme zählt und verdeutlicht unser Anliegen. Demokratie lebt vom Mitmachen. Hier findest du uns bei Instagram und LinkedIn.
Mehr über die Chancenpatenschaften erfährst du hier.
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