“Auch für die Mitarbeitenden der Schülerfirma, die in ihrem nachschulischen keiner Arbeit im klassischen Sinne nachgehen, also auch nicht im Arbeitsbereich einer beschützenden Einrichtung arbeiten, hat die Erfahrung in der Schülerfirma eine nachhaltige Bedeutung. Sie können mit dem Begriff Arbeit das in Verbindung bringen, dass auch die allgemein gültige, gesellschaftlich anerkannte Definition von Arbeit ist. Das Lehrpersonal, Eltern, gesetzliche Betreuer wissen um die Fähigkeiten die die Schülerinnen und Schüler in diesem Bereich in der Schule erworben haben. Dies ist die beste Voraussetzung dafür, dass die Kompetenzen der einzelnen auch eingesetzt werden.”
Bereits seit 2017 exisitiert die Schüler*innenfirma black dot company an einer Berufsschulstufe in Stuttgart. Hier lernen blinde, sehbehinderte und mehrfachbehinderte junge Menschen praxisnah, was es bedeutet, gemeinsam ein Unternehmen zu führen. Alle Schüler*innen der Berufsschulstufe übernehmen – entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten und Interessen – Verantwortung in unterschiedlichen Bereichen der Schüler*innenfirma. Von der Produktion über Verpackung und Marketing bis hin zum Vertrieb tragen sie aktiv zum Erfolg des Unternehmens bei und sammeln wertvolle Erfahrungen für ihren späteren Berufsweg.
Der Name „black dot company“ verweist auf die Lebenswelt der Schüler*innenschaft: Schwarze Punkte stehen sowohl für die Kennzeichnung vieler sehbehinderter Menschen als auch für die Brailleschrift und damit für Teilhabe, Kommunikation und Selbstständigkeit. Dieses Leitbild spiegelt sich auch in den Produkten wider. Die Schüler*innen stellen nachhaltige Alltagsprodukte aus wiederverwendeten Materialien her und setzen dabei konsequent auf Upcycling. Zum Sortiment gehören Grillanzünder aus Kerzenresten und Holzwolle, Bienenwachstücher als Alternative zu Frischhaltefolie, Honig von den schuleigenen Bienen, Peeling-Filzseifen sowie Mosaik-Kerzen aus eingeschmolzenen Kerzenresten. So verbinden sie nachhaltiges Wirtschaften mit handwerklichem Arbeiten und zeigen, wie aus vermeintlichen Reststoffen hochwertige Produkte entstehen können.
Ein besonderer Schwerpunkt der Schüler*innenfirma liegt auf echter Mitbestimmung. In regelmäßigen „Flexisprechstunden“ bringen die Mitarbeitenden ihre Ideen, Wünsche und Fragen ein und gestalten die Weiterentwicklung der Firma aktiv mit. Gleichzeitig erwerben sie Schlüsselkompetenzen wie Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein, wirtschaftliches Denken und Selbstständigkeit. Durch den Verkauf ihrer Produkte und Kooperationen mit externen Partner*innen entstehen zudem wertvolle Kontakte, die den Übergang von der Schule in das Berufsleben erleichtern und gesellschaftliche Teilhabe fördern.
Mit der youstartN-Förderung der Stiftung Bildung möchte die black dot company ihre Arbeitsbedingungen weiter verbessern und neue Entwicklungsmöglichkeiten schaffen. Geplant sind unter anderem die Anschaffung von Nähmaschinen, Wachsschmelztöpfen und Arbeitskleidung für die Honigproduktion sowie Materialien für individuelle Arbeitsvorrichtungen. Darüber hinaus soll eine Schulung zum Thema Mitbestimmung und Betriebsrat stattfinden, um die Beteiligung der Schüler*innen innerhalb der Schüler*innenfirma weiter zu stärken.
Foto & Video: black dot company [Projektflyer mit Erklärungen wie das Projekt arbeitet].

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